Waldexperte Dieter Brand führte eine Gruppe aus Interessierten und Mitgliedern des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen im Zabergäu am Sonntag, 19. Juli 2026 durch den Stromberg und gewährte spannende Einblicke in die Entwicklung des heimischen Waldes.
Da die Buche als dominierende Baumart im Stromberg besonders unter der zunehmenden Hitze und Trockenheit leidet, sollen die Bestände künftig durch die resilientere Eiche ersetzt werden. Dabei müssen die Eichensetzlinge nah beieinander gesetzt werden. Denn wenn die Abstände zu groß sind, wachsen die Eichen in die Breite und nicht in die Höhe. Alle drei bis vier Jahre wird dann aussortiert. Jene Eichen, die am besten nach oben wachsen, dürfen stehen bleiben. Warum aber nicht nur noch Eichen pflanzen? Ganz einfach: Sie brauchen Platz und vor allem viel Zeit zum Wachsen.
Auch die Fichte, einst Brotbaum der Forstwirtschaft, kämpft zunehmend mit Problemen, allen voran mit dem Borkenkäfer. Dieter Brand beschreibt eine Strategie zur Vermeidung des Befalls: „Wir versuchen, die Fichte schnell so dick werden zu lassen, dass sie vor dem Käferbefall geerntet werden kann.“ Alternativen gäbe es durchaus: Lärche, Esskastanie oder Douglasie könnten die Fichte ersetzen. Auch Exoten wie Mammutbäume sind theoretisch denkbar. Sie alle brauchen weniger Wasser und sind robust, doch der Markt für ihr Holz fehlt.
Der Spaziergang führte die Teilnehmenden auch zu einem seit 40 Jahren unberührten Bannwald. Dieser hebt sich sichtlich vom umliegenden Forst ab, denn umgefallene Bäume werden nicht entfernt. Totholz verbleibt somit im Nährstoffkreislauf und beheimatet allerlei Tiere.
Der Spaziergang zeigte eindrücklich: Soll der Wald erhalten bleiben, sind Anpassungen an den Klimawandel unbedingt erforderlich. Der Ortsverband Zabergäu bedankt sich bei Dieter Brand für die kurzweilige und beeindruckende Führung an einem freundlichen Sonntagvormittag.


